In der ersten Jahreshälfte hätten mehr als 330.000 Menschen in insgesamt 44 wohlhabenden Ländern wie Deutschland um Asyl nachgefragt, heißt es in einem Bericht des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Das entspreche einem Anstieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 um fast 25 Prozent.
Der Grund für den Anstieg sind die anhaltenden Konflikte in Ländern wie Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea. Die Zahl der Asylbewerber könne sich bis zum Jahresende noch auf 700.000 mehr als verdoppeln. Das wäre die höchste Zahl seit dem Konflikt im ehemaligen Jugoslawien vor 20 Jahren.
Mehr als zwei Drittel aller Asylanträge zwischen Januar und Juni seien in nur sechs Staaten eingereicht worden: Deutschland, USA, Frankreich, Schweden, Türkei und Italien. Die Bundesrepublik registrierte mit 65.700 Anträgen die meisten neuen Asylsuchenden. Ungarn und Polen sowie Australien berichteten dagegen von drastisch zurückgehenden Zahlen.
"Wir leben in einer Zeit wachsender Konflikte"
Die Welt müsse sich auf noch größere Flüchtlingsströme einstellen, falls die vielen Konflikte nicht politisch gelöst würden, erklärte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres. "Das weltweite humanitäre System befindet sich bereits in großen Schwierigkeiten. Die internationale Gemeinschaft muss die Menschen darauf vorbereiten, dass fehlende Konfliktlösungen zur Folge haben, dass in den kommenden Monaten und Jahren mehr Menschen Zuflucht und Schutz suchen werden. Leider ist unklar, ob die Ressourcen dafür zur Verfügung stehen."
Insgesamt waren Ende 2013 mehr als 51 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung.
(sdö/swe)