
Der CDU-Politiker sieht in der Berichterstattung über den Osten keine Veränderungen in den vergangenen Jahren. Stattdessen sei es eher schlimmer geworden.
Kritik übte Haseloff auch daran, dass kein Medien seinen Konzernsitz in Ostdeutschland habe. Den MDR nahm er zwar aus, meinte aber, dass dessen Programm in der Sendergemeinschaft ARD oft untergehe - und damit die Akzeptanz im Osten weiter untergrabe.
Einseitig westdeutsche Sichtweisen
Der Leipziger Literaturwissenschaftler Dirk Oschmann kritisierte eine westdeutsche Dominanz im Diskurs über Ostdeutschland. Dabei ging es um Titelseiten mit Schlagzeilen wie "Der Schandfleck" neben einer weißen Deutschlandkarte, die Sachsen wegen Ausschreitungen gegen Flüchtlinge braun eingefärbt zeigt. Oder um Schlagzeilen wie "Steuer-Opfer für den Osten. Wieviel denn noch?" und: "Wunderjahre: Wie der Wirtschaftsboom nach 1945 'unser' Land geprägt hat."
Das sogenannte Wirtschaftswunder ist das Schlagwort zur Beschreibung des westdeutschen Aufschwungs in den 50er Jahren.
Berichte ohne Vorurteile gefordert
Oschmann meinte zusammenfassend, es würden immer noch Strategien gepflegt, die den Osten diffamierten oder ignorierten. Er selbst ist durch das Buch "Der Osten: eine westdeutsche Erfindung" bundesweit bekannt geworden.
Er schlug vor, in Zukunft lebensnahe Berichte über die Lebenswirklichkeit der Menschen geben solle. Die Leiterin des Spiegel-Hauptstadtbüros, Maria Fiedler, wies darauf hin, dass sich ihre Redaktion in der Frage durchaus weiterentwickelt habe. "Wir haben tolle Kolleginnen und Kollegen, die im Osten leben und von dort berichten".
Datenanalyse: Wie Vorurteile über Ostdeutsche in Medien verstärktwerden
Umstrittene These: Ostdeutschland als Erfindung des Westens?
Innerdeutsche Grenzziehung: Analyse eines neuen Unbehagens
Diese Nachricht wurde am 03.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.