Studie
Verlust von Weißem Hai schädigt Ökosystem des Meeres

In Südafrikas Bucht False Bay gibt es keine Weißen Haie mehr. Das hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Nahrungskette und die biologische Vielfalt im Atlantik.

    Seitenaufnahme eines großen Weißen Hais im Wasser, von oben Sonnenstrahlen.
    Großer Weißer Hai (Carcharodon carcharias) (picture alliance / imagebroker / R. Dirscherl)
    Das berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal "Frontiers in Marine Science". Der Verlust der Spitzenprädatoren wirkt sich demnach negativ auf das gesamte Nahrungsnetz aus - von Robben bis zu kleineren Haiarten und Fischen. "Der Verlust dieses ikonischen Spitzenprädators hat zu einer Zunahme der Sichtungen von Kap-Pelzrobben und Siebenkiemerhaien geführt, was wiederum mit einem Rückgang der Arten einherging, auf die sie als Nahrung angewiesen sind", sagte Hauptautor Neil Hammerschlag. Damit sei wiederum ein Rückgang von Fischen verbunden, von denen sich Robben und kleinere Haiarten ernährten. Die Studie belege die wichtige Rolle Weißer Haie für die Erhaltung der Gesundheit der Ozeane. "Ohne diese Spitzenprädatoren, die andere Populationen regulieren, sehen wir messbare Veränderungen, die langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Ozeane haben könnten", betonte Hammerschlag.

    Weißer Hai verfängt sich in Touristen-Schutz-Netzen

    In der Region False Bay, die an die Touristenmetropole Kapstadt grenzt, kam der Weiße Hai einst sehr häufig vor. Nach Angaben der Forschenden gab es seit 2015 einen dramatischen Rückgang der Tiere. Seit August 2018 sei der Spitzenprädator nicht mehr in der Bucht gesichtet worden. Zu den Gründen dafür zählten laut der Studie die zum Schutz von Badegästen im Meer aufgespannten Netze, in denen sich die Haie verfangen. Auch hätten tödliche Angriffe durch Schwertwale - oder Orcas - die Weißen Haie vermutlich aus der Bucht vertrieben.
    Diese Nachricht wurde am 30.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.