Der finnische Physiker Esko Toppila ermittelte den Lärmpegel in Konzertsälen und Proberäumen, und er befragte die Mitglieder von fünf Symphonie-Orchestern über mögliche Gehörleiden. Rund jeder sechste leidet an einem Tinnitus, berichtet Toppila: "Am stärksten zu spüren bekommen den Schall die Blechbläser und die Schlagzeug-Spieler. Sie erreichen 95 Dezibel und mehr. Auch Flöten sind so laut - vor allem die Piccolo-Flöte."
Im Probenraum sei die Belastung oft sogar größer als auf der Bühne oder im Orchestergraben. Chor und Solisten müssten dann mit einem Schalldruck von 100 Dezibel und mehr zurecht kommen. 100 Dezibel - das ist etwa so, als würde man pausenlos von knatternden Motorrädern umkreist. Der Cellist Joachim Griesheimer, Sprecher des Orchester-Vorstands bei den Kölner Philharmonikern, kennt die Probleme: "Wenn man in kleinen Räumen für sich übt, dann ist der Schalldruck immer hoch. Es sei denn, die Räume sind unglaublich gut schallabsorbierend ausgestattet, was fast nie der Fall ist."
Die beste Gegenmaßnahme wäre ein Gehörschutz. Individuell angepasst sitzen die winzigen Schalldämpfer unauffällig im Innenohr und drosseln den Lärm um 15 bis 25 Dezibel. Musikern fällt es aber zunächst schwer, sich an die Geräte zu gewöhnen, so Physiker Toppila: "Sie verändern die Weiterleitung des Schalls über die Gehörknochen. Das gibt dem Musiker das Gefühl, falsch zu spielen. Es dauert mindestens drei, vier Monate, bis man damit klarkommt."
Ein Zeitaufwand, der sich am Ende auszahlt. Dennoch musste Toppila feststellen, dass nur jeder 17. Musiker gelegentlich Gehörschutz einsetzt. Das müsse sich ändern, betont Toppila: Es gebe keinen zuverlässigeren Lärmschutz für Orchester-Musiker, die sich durch Wagner-Opern oder ein Konzert-Finale von Ravel kämpfen.
[Quelle: Volker Mrasek]
Im Probenraum sei die Belastung oft sogar größer als auf der Bühne oder im Orchestergraben. Chor und Solisten müssten dann mit einem Schalldruck von 100 Dezibel und mehr zurecht kommen. 100 Dezibel - das ist etwa so, als würde man pausenlos von knatternden Motorrädern umkreist. Der Cellist Joachim Griesheimer, Sprecher des Orchester-Vorstands bei den Kölner Philharmonikern, kennt die Probleme: "Wenn man in kleinen Räumen für sich übt, dann ist der Schalldruck immer hoch. Es sei denn, die Räume sind unglaublich gut schallabsorbierend ausgestattet, was fast nie der Fall ist."
Die beste Gegenmaßnahme wäre ein Gehörschutz. Individuell angepasst sitzen die winzigen Schalldämpfer unauffällig im Innenohr und drosseln den Lärm um 15 bis 25 Dezibel. Musikern fällt es aber zunächst schwer, sich an die Geräte zu gewöhnen, so Physiker Toppila: "Sie verändern die Weiterleitung des Schalls über die Gehörknochen. Das gibt dem Musiker das Gefühl, falsch zu spielen. Es dauert mindestens drei, vier Monate, bis man damit klarkommt."
Ein Zeitaufwand, der sich am Ende auszahlt. Dennoch musste Toppila feststellen, dass nur jeder 17. Musiker gelegentlich Gehörschutz einsetzt. Das müsse sich ändern, betont Toppila: Es gebe keinen zuverlässigeren Lärmschutz für Orchester-Musiker, die sich durch Wagner-Opern oder ein Konzert-Finale von Ravel kämpfen.
[Quelle: Volker Mrasek]