Deutschlandfunk-Recherche
Vorwürfe gegen Bayerische Staatsgemäldesammlungen umfangreicher als bisher bekannt

Die Vorwürfe rund um die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gehen deutlich weiter als bislang bekannt. Nach Informationen des Deutschlandfunks dokumentieren interne Unterlagen des Museumsverbundes mindestens 19 Vorwürfe. Es geht unter anderem um mögliche sexuelle Belästigung Minderjähriger durch Aufsichtspersonal und den Missbrauch von Videoanlagen in den Museumsräumen zur illegalen Verhaltenskontrolle von Beschäftigten.

    Blick auf die klassisch anmutende Fassade des Museums Bayerische Staatsgemäldesammlungen
    Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gehören zu den berühmtesten Kunstmuseen der Welt (picture alliance / Johanna Hoelzl )
    Die Vorwürfe betreffen nach Informationen des Deutschlandfunks aber auch die Sicherheit der Kunstwerke. Zudem sollen in einem Fall originalgetreue Kopien deutscher Blanko-Reisepässe, die für ein Ausstellungsobjekt hergestellt worden waren, aus einem Lagerraum gestohlen und an Mitarbeitende verteilt worden sein.
    Am Vormittag hatte der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, bekannt gegeben, dass der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, versetzt wird. Kommissarischer Nachfolger ist der ehemalige Münchner Kulturreferent Anton Biebl. Gegenüber dem Deutschlandfunk bestätigte Minister Blume den Umfang der Vorwürfe und die Aufnahme einer internen Untersuchung.
    Diese Nachricht wurde am 02.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.