
Man erlebe inzwischen bei Abstimmungen in den Vereinten Nationen Unterstützung von Ländern aus allen Kontinenten. Die Mehrzahl der Staaten stehe hinter der regelbasierten internationale Ordnung, betonte Baerbock. Das müsse auch der US-Regierung unter Präsident Trump deutlich gemacht werden. Diese handele aus dem Kalkül, für sich selbst das Beste aus Verhandlungen herauszuholen und übe Druck auf andere aus. Deshalb sei es für Deutschland und Europa wichtig, souverän aufzutreten und eigene Vorschläge zu machen. Wegducken sei jedenfalls keine Option.
Anlässlich des Rohstoffabkommens zwischen den USA und der Ukraine begrüßte sie, dass auf Drängen von Präsident Selenskyj nun der Aspekt der Sicherheit aufgenommen worden sei. Europa müsse den USA vermitteln, dass ein dauerhafter Frieden zwischen der Ukraine und Russland auch in ihrem Interesse sei. Ein erzwungener Friede sei keine Lösung und berge die Gefahr, dass weitere europäische Länder ins Visier Russlands gerieten, warnte Baerbock.
Starmer zu Besuch bei Trump
Zuvor hatte US-Präsident Trump mit dem britischen Premierminister Starmer über ein mögliches Friedensabkommen beraten. Nach dem Treffen in Washington sagte Trump, er gehe davon aus, dass ein Deal halten werde. Er vertraue dabei auch auf das Wort des russischen Präsidenten Putin.
Zugleich erneuerte Trump seine Ablehnung eines NATO-Beitritts der Ukraine. Starmer dankte dem US-Präsidenten dafür, Diskussionen in die Richtung eines möglichen Abkommens gelenkt zu haben. Er betonte jedoch, dass es keinen Frieden geben dürfe, der den Aggressor belohne. Die Ukraine müsse maßgeblich beteiligt werden. Zudem müsse verhindert werden, dass Russland erneut angreife, sagte Starmer.
Trump weiter zurückhaltend zu möglichen Sicherheitsgarantien
Bezüglich der militärischen Absicherung eines möglichen Friedensabkommens äußerte sich Trump weiter zurückhaltend. Starmer bekräftigte sein Angebot, dass britische Soldaten beteiligt werden könnten. Er kündigte an, am Sonntag ein weiteres Treffen mit europäischen Partnern zu veranstalten.
Heute wird der ukrainische Präsident Selenskyj zu Gesprächen mit Trump in Washington erwartet. Dort ist die Unterzeichnung des mit den USA ausgehandelten Rohstoffabkommens geplant.
Ukraine und Rohstoffabkommen - Interview mit Bundesaußenministerin Baerbock
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Diese Nachricht wurde am 28.02.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.