
Denn inzwischen haben die weißen oder hellen Nächte begonnen – die Nächte, in denen die Sonne weniger als 18 Grad unter den Horizont sinkt.
Erst wenn die Sonne mindestens 18 Grad tief abgetaucht ist, lenkt die Erdatmosphäre keinerlei Licht mehr an den Himmel. Erst dann ist es, physikalisch gesehen, perfekt dunkel.
Nahe der dänischen Grenze sinkt die Sonne zu Sommeranfang nicht einmal zwölf Grad tief unter den Horizont. Im Norden geht schon jetzt die Abenddämmerung direkt in die Morgendämmerung über. Es wird zwischendurch nicht richtig dunkel.
Auch zur lokalen Mitternacht, also gegen kurz nach 1 Uhr früh, ist der Himmel über dem Nordhorizont deutlich aufgehellt. Die weißen Nächte sind um so heller, je weiter nördlich der Beobachtungsort liegt.

In Deutschland ist dieses Phänomen nördlich von Hannover und Berlin am auffallendsten. Zu Sommeranfang sind in Oslo, Stockholm und Sankt Petersburg nachts nur die hellsten Sterne zu erkennen.
Und ganz im Norden Skandinaviens geht die Sonne schon gar nicht mehr unter. In Tromsö, am Nordkap oder in Kirkenes scheint schon die Mitternachtssonne.
Die Grenze nach Süden liegt etwa auf der Breite der Donau. Ganz im Süden Deutschlands wird es immer nachtschwarz – dort gibt es im Sommer keine hellen Nächte.