
EU setzt weiter auf Verhandlungen
Den Europäern an sich warf Trump erneut vor: "Sie zocken uns ab." Für die EU sieht er deshalb Zölle in Höhe von 20 Prozent vor. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sprach von einem "schweren Schlag für die Weltwirtschaft". Millionen Menschen auf der ganzen Welt und sämtliche Branchen würden darunter zu leiden haben, erklärte sie. Die Europäische Union sei immer bereit gewesen, mit den USA über mögliche Handelsungleichheiten zu sprechen. Falls Verhandlungen aber keinen Erfolg hätten, werde Europa Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen zu schützen. Man sei bereits dabei, das erste Paket von Gegenmaßnahmen fertigzustellen.
Zuvor hatte schon der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Weber, betont, die Zölle schadeten beiden Seiten des Atlantiks. Europa sei bereit, seine Interessen zu verteidigen.
China fordert Aufhebung
Auch zahlreiche Regierungen kritisierten die neuen Zölle. China forderte die Vereinigten Staaten auf, diese umgehend aufzuheben. Differenzen zwischen Handelspartnern sollten im gleichberechtigten Dialog gelöst werden, erklärte das Handelsministerium in Peking.
Die japanische Regierung warf den USA einen Verstoß gegen Regeln der Welthandelsorganisation und gegen bilaterale Abkommen vor. Südkorea kündigte Konsultationen mit den USA und Maßnahmen zum Schutz der heimischen Wirtschaft an. Australiens Ministerpräsident Albanese meinte, die Zölle seien nicht die Tat eines Freundes. Sie würden die Kosten für amerikanische Haushalte in die Höhe treiben.
Brasilien reagiert mit Gesetz
Der chilenische Präsident Boric kritisierte, dass Trumps Maßnahmen nicht nur zu Unsicherheit führten, sondern auch Grundsätze des internationalen Handels in Frage stellten. Kanadas Ministerpräsident Carney kündigte Gegenmaßnahmen an. Der neue Basiszoll von zehn Prozent gilt zwar nicht für Kanada, allerdings bleiben die US-Zölle von 25 Prozent für viele Güter in Kraft.
Der Kongress in Brasilien billigte bereits ein Gesetz, das der Regierung eine Reaktion auf mögliche Handelskonflikte erlaubt. Das sogenannte "Gesetz über die wirtschaftliche Gegenseitigkeit" wurde einstimmig vom Repräsentantenhaus verabschiedet, nachdem am Dienstag, also im Vorfeld zu Trumps konkreten Ankündigungen schon der Senat als zweite Kongresskammer grünes Licht gegeben hatte.
Diese Nachricht wurde am 03.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.