US-Zollpolitik
Wirtschaftsweise Malmendier erwartet keinen grundsätzlichen Kurswechsel von Präsident Trump

Trotz angedeuteter Verhandlungsbereitschaft und fallender Aktienkurse geht die Wirtschaftsweise Malmendier nicht davon aus, dass US-Präsident Trump seinen Kurs in Sachen Zöllen grundsätzlich ändert. Sie sagte im Deutschlandfunk, der US-Präsident und sein Team setzten sehr auf wirtschaftliche Abschottung, um die Industriebasis der USA wiederaufzubauen.

    Die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier am 12.11.2024.
    Die Psychologie hinter Trumps Zoll-Entscheidungen kann die Wirtschaftsweise Malmendier durchaus verstehen - sie glaubt aber nicht an einen Erfolg. (picture alliance / Ute Grabowsky / photothek.de / Ute Grabowsky)
    Dabei werde es ungeachtet von denkbaren Anpassungen bei den Zöllen noch lange bleiben. Die Psychologie dahinter könne sie durchaus verstehen, betonte Malemendier. Trump wolle Zölle als Schutzmittel für diejenigen einsetzen, die von der Globalisierung gebeutelt worden seien. Es habe in den USA und auch anderswo Verlierer gegeben, in ganzen Landstrichen seien Produktionsstätten geschlossen worden und die Menschen hätten ihre Jobs und damit ihren Lebensmittelpunkt verloren. Das habe viele an den Rand des Ruins getrieben und zu Polarisierung geführt, beobachtet die in den USA lehrende Forscherin - und räumt ein: Diese Entwicklung hätten viele Politiker und Ökonomen so nicht vorhergesehen.
    Dennoch bezweifelt sie, dass Trump der Bevölkerung mit seinem Kurs hilft, im Gegenteil: Die Menschen in den USA werden ihrer Ansicht nach schwer darunter zu leiden haben. Malmendier erwartet, dass es schnell zu Preissteigerungen und einen Inflationsschock kommen wird. In der Vergangenheit hätten das die Bürgerinnen und Bürger immer der aktuellen Regierung angekreidet, die das bei nachfolgenden Wahlen zu spüren bekommen habe. Das könne auch diesmal so kommen.
    Diese Nachricht wurde am 04.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.