Südostasien
Zahl der Erdbebenopfer in Myanmar auf über 3.300 gestiegen

Rund eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Myanmar ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. Staatliche Medien berichten inzwischen von mehr als 3.300 Toten und weiterhin rund 200 Vermissten. Die Hilfe für die Überlebenden gestaltet sich sehr schwierig.

    Ein Mann fährt auf einem Motorrad an einem durch das Erdbeben zerstörten Haus in Myanmar vorbei. Er hat mehrere Mitfahrer hinten drauf.
    Nach dem schweren Erdbeben in Myanmar ist die Not vielerorts groß (picture alliance / AP / Aung Shine Oo)
    Etwa 5.000 Menschen wurden verletzt. Das Erdbeben der Stärke 7,7 war eines der schwersten in dem südostasiatischen Land seit einem Jahrhundert. Viele Gebäude stürzten ein, darunter auch Krankenhäuser, ganze Ortschaften wurden fast vollständig zerstört. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigt mehr als ein Drittel der Bevölkerung Unterstützung. Hilfsorganisationen warnen vor dem Ausbruch schwerer Krankheiten wie Cholera.

    UNO: Hilfsgüter werden ungleich verteilt

    Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte wirft der in Myanmar regierenden Militärregierung vor, Hilfsgüter ungleich zu verteilen. So würden Gemeinden benachteiligt, die sich nicht hinter das Regime gestellt haben.
    Ungeachtet der Katastrophe setzt die Junta ihre Militäraktionen gegen die Rebellen offenbar fort. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz rief die Konfliktparteien gestern zu einer länger andauernden Waffenruhe auf.
    Myanmar ist seit dem Militärputsch 2021 international weitgehend isoliert. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag ermittelt gegen den Junta-Chef Min Aung Hlaing wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverbrechen.
    Diese Nachricht wurde am 05.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.