US-Handelsminister Lutnick
"Zollsenkungen bei mehr US-Exporten" - Aktienmärkte sacken ab

Nach der Verhängung neuer Zölle für Importe in die USA hat Handelsminister Lutnick Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Man spreche mit allen wichtigen Handelspartnern weltweit über Möglichkeiten, die Zölle zu senken, sagte Lutnick dem Fernsehsender CNBC. Diese Länder müssten aber ihre Regeln ändern, um mehr Importe von US-Produkten zuzulassen.

    US-Handelsminister Howard Lutnick bereitet sich auf ein Fernsehinterview vor dem Weißen Haus vor.
    US-Handelsminister Howard Lutnick (Mark Schiefelbein/AP/dpa)
    Entscheidend sei, dass die Vereinigten Staaten fair behandelt würden. EU-Handelskommissar Sefcovic will nach eigenen Angaben am Freitag mit Vertretern der US-Regierung über den Zollkonflikt sprechen. Man werde ruhig und einheitlich handeln, während die Antwort unter den Mitgliedsstaaten abgestimmt werde. Zuvor hatte Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärt, man prüfe derzeit Sonderzölle auf US-Produkte. Zugleich machte sie deutlich, dass die Europäische Union weiter an einer Verhandlungslösung interessiert sei.
    Die Zollankündigungen von US-Präsident Trump haben am Devisenmarkt einen Kursverlust des US-Dollars ausgelöst. Zwischenzeitlich verlor die Währung mehr als zweieinhalb Prozent an Wert gegenüber dem Euro.
    Auch an den Aktienmärkten weltweit wurden Verluste verzeichnet. An der New Yorker Börse sank der Leitindex Dow Jones bis zum Handelsschluss um knapp vier Prozent. Der technologie-orientierte Nasdaq fiel um fast fünfeinhalb Prozent. Stark betroffen vom Kursverlust waren Aktien unter anderem der Konzerne Apple, Nike und Amazon.
    Der deutsche Index Dax fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar und schloss mit einem Minus von 3,01 Prozent bei 21.717,39 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 2,25 Prozent. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Ende um 3,6 Prozent abwärts. Außerhalb der Eurozone büßten der Zürcher SMI 2,5 Prozent und der Londoner FTSE100 1,6 Prozent ein.

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    Diese Nachricht wurde am 04.04.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.